*Armut gehen*



* Eine filmische Bestandsaufnahme junger FilmemacherInnen

* kuratiert von Johanna Moder

Montag, 30.4., 19:00 Uhr

Die Reihe "Armut gehen" versammelt 5 Filme aus 5 Nationen, die sich mit den Auswirkungen von Armut in ihren jeweiligen Ländern auseinander setzen.

Gemeinsam ist ihnen der Blick auf die Folgen von Armut für die individuelle Lebenssituation ihrer Protagonisten. Verschiedene Formen von Armut: Strukturelle Armut, scheinbar selbst gewählte oder knapp vermiedene Armut und manchmal nur die Drohung damit.

Die Unterschiede ergeben sich aus der Situation der Protagonisten in ihren Ländern. Ob es die offene Ausgrenzung der Roma in Belgrad ist, die Vertreibung der Punks von öffentlichen Plätzen in Bern, die Ahnung chilenischer Fabrikarbeiterinnen von einem besseren Leben, die Hilflosigkeit einer Grazer Jugendlichen angesichts der plötzlichen Arbeitslosigkeit des Vaters oder die Vorbereitung alter Menschen in Galizien auf den Tod.

Dokumentarisch oder mit harter filmischer Poesie zeigen die jungen FilmemacherInnen Lebenswirklichkeiten, die am neoliberalen Standardsatz, "heute geht es den Menschen besser als je zuvor" einmal mehr, einmal weniger scheitern.

Anschließend folgt eine Diskussion mit den anwesenden FilmemacherInnen und Daniel Ebner vom Vienna Independent Short.


*_Filmzusammenstellung_*



*As Muxicas*


Spanien 2003

Regie: Carlos Alberto Alonso

18 min

Über 20 internationale Auszeichnungen.

Eine Hütte in der Einsamkeit: Ein alter Mann gräbt seiner Frau vorbeugend ein Grab. Ästhetische Bilder verwoben mit subtilem, schwarzem Humor.




*Obreras Saliendo de la Fábrica / *

*Arbeiterinnen verlassen die Fabrik. *


Santiago de Chile 2005

Regie: Jose Luis Torres

21 Minuten

Grand Prix international Competition Drama Short Film Festival, Greece 05

Grand Prize international Short Film and Documentaries Festival of Bilbao (Zinebi), Spain 05

Vier Frauen. Sechzehn Plansequenzen. Eine Fabrik. Ein langer Gang. Zeit. Stille. Lärm.

Ein WC. Eine geteilte Zigarette. Eine Begegnung. Traurigkeit. Routine. Arbeiterinnen verlassen die Fabrik. Die Brüder Lumiere. Ein langer Spaziergang. Der Wind in den Bäumen. Ein langer Strandspaziergang. Wasser. Glück. Meeresrauschen. Ruhe. Erinnerung. Gefühle. Eine wenig Vollkommenheit. Leben. Der Horizont.

Arbeiterinnen verlassen die Fabrik.




*Sve sto je lepo, daju ljudima da vide/ *

*They show them everything that's beautiful*


A2005

*Regie:* Veronika Brandt und Nils Olger

6min Kurzdokumentarfilm

Leere Straßen, leere Häuser. Vier Personen erzählen unterschiedliche Geschichten über ihr Leben in einer Romaansiedlungen in den Außenbezirken Belgrads. Straßen füllen sich mit Menschen. Die Interviewten stehen vor ihren Häusern. Der Eintritt in die Ansiedelung -- eine imaginäre Grenze.

Das Video arbeitet mit dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren auf verschiedenen Ebenen in Verbindung mit Geschichte, Unzugehörigkeit und Diskriminierung.


*Her mit dem schönen Leben*


A 2007

*Regie: *Johanna Moder

37min Kurzfilm

Dolby Stereo.

Thomas Pluch Drehbuchförderpreis 2006

Jessica lebt das Leben einer normalen Sechzehnjährigen in Graz. Schule, Ausgehen und in wen der gut aussehende Kai tatsächlich verliebt ist. Bis ihr Vater unerwartet entlassen wird, und plötzlich nicht gekannte Gefühle ihren Alltag dominieren: Wut und Hilflosigkeit gegen den ungreifbaren Feind Kapitalismus. Jessica ist nur noch damit beschäftigt, ihren Vater zu rächen. Dass sich dabei eine Freundschaft entwickelt, hatte sie eigentlich nicht geplant.




*Artikel 29/Aus den Augen aus dem Sinn*


CH/A 2003

*Regie:* Stefan Brunner

19min Kurzdokumentarfilm

Stereo

Diagonale 2004, Sehsüchte Potsdam-Babelsberg 2004, Regensburger Filmwoche 2004, Schweizer Jugendfilmtage 2005, Filmfestival der Filmakademie Wien

*Artikel 29* reglementiert eine dreimonatige Fernhaltung und Wegweisung von Menschen von straßengenau definierten Räumen (genannt Perimeter) in der Stadt Bern. Die Vertriebenen sind zwar nicht straffällig geworden, aber einer Szenenbildung zuzuordnen und "gefährden" oder "stören" die öffentliche Sicherheit. Ein absurder Artikel, der politische Gemüter erhitzt und unbarmherzig seine Opfer findet.




"drei cents"


von Ulli Gladik (Österreich/Bulgarien) 4,30min


Für Zusammenstellung der Filme ist Johanna Moder verantwortlich mit freundlicher Unterstützung von Vienna Independent Short.