*PEEP ATELIERS*


*Von Arnold Graggaber und Matthias Hafner*

*Installation und Aktion im Erdgeschoss, täglich von 19.00 -- 22.00 Uhr (außer Mo, 23.4. und So, 29.4.)*

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*Mit: Cäcilia Brown, DIVANOVA, Olga Flor, Max Gansberger, Gerhard Gross, **Steffi Hilgarth, **Martin Hofbauer, Max Höfler, Ila, Lilly Jäckl, Miriam Jesacher, Michael Jordan, Jimmy Lend, Clara Moto, Marie Neugebauer, Andreas Peternell, Sophie Reyer, Marusa Sagadin, Andrea Schlemmer, Stefan Schmitzer, Johannes Schrettle, Edda Strobl, Julia Tschaikner, Andreas Unterweger, **Markus Wilfling, **u.a.*

Arnold Graggaber und Matthias Hafner setzen sich mit dem Thema Lohnarbeit im Kulturbetrieb auseinander. Ihr Projekt PEEP ATELIERS stellt den KonsumentInnen von Kulturgütern die Frage nach der finanziellen Wertschätzung von Arbeitszeit.

Jede/r KünstlerIn ist Teil der Gesellschaft und unterliegt somit den allgemeinen Zahlungsmodalitäten des täglichen Lebens. Wohnungsmiete, Handyrechnung, Lebensmitteleinkäufe -- all diese Zahlungen finden in einem gesellschaftlich einheitlichen Zyklus statt. Jede Branche hat ihre Lohnmodalitäten und eine halbwegs transparente Preispolitik. Nicht jedoch die Kunst. In keinster Weise gibt es Lohnmodalitäten, Mindestlohn oder Tarifverträge. Warum eigentlich nicht? Ist es vermessen, einen Mindesttarif zu fordern? Wie verändert sich die Kunst im Kontext einer normierten Produktionsweise? ...Produktionsweise, welche auf sonst so wichtige Aspekte wie Marktwert und Mehrwert des/der KünstlerIn verzichtet? Was entsteht, wenn der/die KonsumentIn die Arbeitszeit des/der KünstlerIn bestimmt? Wie verändert sich der Produktionsprozess, wenn der Faktor Zeit eine übergeordnete Rolle bekommt? Funktioniert diese Arbeitsweise? Was entsteht dabei? Wie geht jede/r einzelne KünstlerIn mit dieser Herausforderung um? Was ist uns die Arbeitsstunde eines/r KünstlerIn wert? Diese und noch aufkommende Fragen wollen Graggaber und Hafner den BesucherInnen des Forum Festival 2007 stellen.

Die PEEP ATELIERS bestehen aus 3 Kabinen mit je knapp 4m² Grundfläche, in denen KünstlerInnen wie LiteratInnen, MalerInnen, GrafikerInnen, MusikerInnen bereitstehen. Jede dieser Kabinen ist mit einem Automatensystem ausgestattet. PEEP ATELIERS bietet nun die Möglichkeit, für einen frei wählbaren Betrag Künstler in Anspruch zu nehmen. Die Höhe des Betrages ist nicht relevant.

Durch Münzeinwurf wird ein Countdown gesetzt, der durch den/die KünstlerIn persönlich gestartet wird. Diesem wird so ein Zeitraum vorgegeben, in dem ein Produkt entworfen und umgesetzt werden muss. Nach Ablauf der Zeit händigt der/die KünstlerIn sein/ihr Werk den KundInnen aus.

Für 1 Euro bekommt man 4 Minuten Arbeitszeit, für 2 Euro Einwurf erhält man folglich 8 Minuten, für 3 Euro 12 Minuten, usw. Die Zeit scheint viel zu kurz, um etwas umsetzen zu können, doch genau diese Schwierigkeit gilt es sowohl für die ProduzentInnen, als auch für die KonsumentInnen zu bewältigen.

PEEP ATELIERS bedingt Bedingungslosigkeit. Ansprüche auf Qualität und Quantität sowie Leistung sind fehl am Platz.