Buchpräsentation

dog-ear/eselsohren 1

Di, 23.01., 19:00 Uhr, Hauptraum, Eintritt frei


Welten prallen aufeinander, wenn Marianne Lang zivilisatorische Phänomene und Naturbeobachtungen kollidieren lässt: Raupen-zerfressene Blätter mit Holzintarsien, Bausubstanz rekonstruierender Efeu, sowie tausende Asseln, die sich zu einem Teppichmuster formieren.

[mehr]

Rathaus der Herzen IV

Wir nach dem Wir



Das Rathaus der Herzen ist der Versuch eines Raumes, in dem an einer das Gegebene überwindenden Wirklichkeit gebaut wird – und zwar mit den Mitteln der Kunst und des Diskurses. Es ist eine Art kulturelles Widerlager, von wo aus Realitäten, Normalitäten und Formalitäten nicht nur repräsentiert, sondern bestritten und gewendet werden. Dabei verpflichtet sich das Rathaus der Herzen nicht allein der Kraft des Impulsiven, sondern bekennt sich vielmehr zur Vertiefung und zur Langsamkeit als Methode, um dem Rhythmus des Lebens Sinn zu verleihen. Von hier aus wollen wir sorgfältiger und tiefergreifender über die Dinge nachdenken, als dies andernorts möglich ist.

In Umbruchs- und Krisenphasen, in denen gewichtige Institutionen ihre Wirkmacht verlieren, Kräfteverhältnisse neu ausgehandelt werden und die Ängste vor der Zukunft die Gegenwart zu durchdringen scheinen, muss es Raum geben für die unaufgeregte Suche nach dem Neuen. Dieses Neue, an dem hier gearbeitet wird, zielt langfristig auf nichts weniger ab, als auf das Entwerfen und Austesten von neuen Bezugspunkten, Schnittmengen und Vielheiten: kurz, auf neue Inhalte für das Konzept „Wir“.

Diese Frage nach dem Wir ist wichtiger denn je, erheben doch jene gesellschaftlichen Kräfte Anspruch auf seine Definition, die dieses Wir als exklusiv und unveränderlich, als eine Art Besitz verstehen. Fest steht: Das Wir, von dem im Rathaus der Herzen geträumt wird, sieht anders aus. Es stellt sich bloß die Frage: Wie genau?

Die fragende Suche nach neuen, emanzipativen Vielheiten läuft über die Reflexion des Gegebenen. Im Rathaus der Herzen wird dies seitens der Künste aufgenommen, die ihre kunstgeschichtlich gewachsene Rahmung nicht als die Grenze ihres Wirkens verstehen, sondern an Überschreitungen und Untergrabungen arbeiten. In deren freiem Spiel liegt die utopische Praxis, die unseren Sprung ins Ungewisse leichtfüßig macht.

Tag der Menschenrechte

feldstellen* - Präsenz der Vielen


Foto: (c) Lena Prehal

Weit mehr als 500 Menschen sind unserer Einladung zum feldstellen* gefolgt!
Zuerst haben wir das vorbereitete Lichtfeld auf der Forumwiese in der Morgendämmerung langsam umkreist. Immer mehr und mehr Menschen sind aus allen Richtungen dazu gekommen. Knapp vor halb 8 haben wir das Feld gefüllt. Die Menschen haben sich im Dreiecksraster positioniert. Begleitet von 50 Patinnen und Paten. Um 7:33 Uhr - Sonnenaufgang - wurde eine Soundinstallation über ca. 50 Funklautsprecher abgespielt - ein sphärischer Klangraum. Die vielen Menschen wurden ganz still! Ein wunderbarer Moment. Der Himmel feuerrot, die Luft gefroren klar und kalt. Nach der Klanginstallation Gratulation zum Menschenrechtstag und freudige Umarmungen. Nicht weil "eh alles gut" ist, sondern weil wir ein starkes Zeichen gesetzt haben für unbedingte Menschlichkeit und das Einstehen für ein friedliches Zusammenleben - PRÄSENZ DER VIELEN.

Wir danken allen Teilnehmer*innen an unserer Aktion zum Tag der Menschenrechte sehr herzlich! Ebenso Dank gilt unseren Partnern Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark sowie für das Frühstück danach parks und Martin Auer!


Foto: (c) Lena Prehal

Offener Brief

„Erfindung“ sagt man nicht

oder: Die existenzbedrohende Nichtverurteilung des österreichischen Autors Thomas Antonic wegen Ehrenbeleidigung
Im Oktober 2014 veröffentlichte der österreichische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Thomas Antonic in der Tageszeitung „Der Standard“ in der Rubrik „Ich frage mich ...“ einen Artikel mit dem Titel „Was ist ein Plagiat – und was nicht?“. Darin kritisierte er den Schweizer Autor Urs Mannhart, der von den in der „Neuen Zürcher Zeitung“ und im österreichischen Wieser Verlag veröffentlichten Reisereportagen des österreichischen Autors Thomas Brunnsteiner über hundert Stellen ohne Herkunftsangaben teils wörtlich, teils paraphrasiert für seinen Roman „Bergsteigen im Flachland“ verwendet hatte. Drei Wochen später meldete sich Mannharts Verleger Joachim Zepelin vom Schweizer Secession-Verlag zu Wort, der Antonic „Betrug“ an der Wissenschaft und am Leser vorwarf, weil ein angebliches Naheverhältnis zwischen Antonic und Brunnsteiner bestünde, indem er behauptete, Brunnsteiner sei Mitglied des von Antonic gegründeten Künstlerkollektivs „William S. Burroughs Hurts“. Da Brunnsteiner zu keinem Zeitpunkt Mitglied dieses Künstlerkollektivs war, schrieb Antonic in einer Replik darauf: „Dass Brunnsteiner Mitglied des u. a. von mir gegründeten Künstlerkollektivs William S. Burroughs Hurts ist, ist eine Erfindung Zepelins.“ Aufgrund dieses Satzes wurde er von Zepelin auf Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung geklagt, da das Wort „Erfindung“ mit „Lüge“ gleichzusetzen sei. Der Streitwert wurde von Zepelin mit Euro 34.000,– bemessen.

Antonic wurde in der ersten Instanz 2015 freigesprochen. Zepelin legte Berufung ein. Antonic erläuterte in seiner Berufungsbeantwortung aus sprachwissenschaftlicher Sicht den Unterschied zwischen „Erfindung“ und „Lüge“. Das Gericht hielt jedoch „eine Analyse einzelner Formulierungen oder Begriffe unter rein semantischen, grammatikalischen oder logischen Gesichtspunkten“ für „nicht zielführend“ und der Richter schlug bei der nächsten Verhandlung am 7. November 2017 einen Vergleich vor, bei dem Antonic die Anwaltskosten Zepelins zu tragen hätte. Da die Behauptung, die Mitgliedschaft Brunnsteiners im Künstlerkollektiv sei eine Erfindung Zepelins, nicht nachgewiesen werden könne (es könnte sie auch jemand anderer erfunden haben), würde Antonic im Falle eines Urteils schuldig gesprochen werden. Hätte Antonic geschrieben: „Dass Brunnsteiner Mitglied des u. a. von mir gegründeten Künstlerkollektivs William S. Burroughs Hurts ist, entspricht nicht den Tatsachen“ oder „ist eine Erfindung“ statt „ist eine Erfindung Zepelins“ wäre er freizusprechen gewesen. Antonic könne im Fall eines gegen ihn gerichteten Urteils berufen, hätte im Falle einer Verurteilung allerdings dann bis zu Euro 34.000,-- und darüber hinaus Verfahrenskosten und die Veröffentlichung des Urteils im Standard zu zahlen.

Durch dieses Risiko unter Druck gesetzt, ließ sich Antonic auf den Vergleich ein und muss nun Euro 11.000,- an den Anwalt des Klägers zahlen sowie eigene Anwaltskosten und bisher entstandene Verfahrenskosten in einer existenzbedrohenden Gesamtsumme von fast 20.000,– Euro. Der Schaden, der durch dieses nichturteilende Urteil angerichtet wurde, ist nicht nur in dieser Hinsicht enorm. Beschädigt wurde durch dieses Verfahren mit seinem Verfahrensausgang gleich mehreres: 1. die Diskurs- und Streitkultur,  2. das Verhältnis Verlag – Autor, 3. die Meinungs-, Medien- und Wissenschaftsfreiheit, 4. der Ruf von Verlagen als Garanten und Hüter der Meinungsfreiheit.

Eine besondere Note erhält dieses nichturteilende Urteil insbesondere dadurch, dass der wegen Verletzung seiner Ehre klagende Verleger sich selbst auf die Freiheit der Verwendung von veröffentlichten Textpassagen eines anderen berufen hat. Es hat dem Verlag ganz offensichtlich nicht genügt, in einer Urheberrechtsstreitigkeit recht zu bekommen, sondern es sollten wohl auch noch zusätzlich bestehende kritische Einwände aus dem Weg geräumt werden.

Was also bleibt, ist: Die Ehre ist ein so sehr zu schützendes Gut, dass es nicht einmal möglich ist, dem, der jemandem wissenschaftlichen und Publikums-Betrug vorwirft, zu sagen, die Grundlagen seines Vorwurfs seien erfunden und hätten demnach nichts mit der Realität zu tun. Die Verlegerehre ist ganz offensichtlich über die Freiheit des Wortes der Autor/inn/en und Literaturkritiker/innen zu stellen.

Wir erwarten also die erste erfolgreiche Klage eines Verlages gegen eine/n Literaturkritiker/in wegen verletzter Verlegerehre.

Ein solches Verfahrensergebnis ist nicht nur bedauerlich, es ist ein Zeichen für den katastrophalen Zustand der Auseinandersetzungen, wenn sogar in einem solchen Fall und unter Verlagen und Autoren Gerichte statt Medien als Foren der Konfliktaustragung herangezogen werden, wenn nicht mehr das geschliffene Wort zählt, sondern nur noch die größere Finanzkraft, um in einem Konflikt gegen einen Meinungskontrahenten zu obsiegen.

Gerhard Ruiss
IG Autorinnen Autoren
Wien, 24.11.2017

Stipendiat*innen

Styria Artist in Residence



„St.A.i.R. - Styria-Artist in Residence"
ist die Weiterentwicklung des international erfolgreichen Atelierprogramms „RONDO-Artist-in-Residence".

Aus den Einreichungen sprach die Jury eine Empfehlung für Stipendien für 18 Künstler*innen aus zahlreichen Ländern in Europa, Asien und Amerika aus. Diese werden im laufenden Jahr ein bis fünf Monate in der Steiermark leben und arbeiten. Für die Unterbringung wurden Wohnräume im Campus des Afro-Asiatischen Instituts Graz angemietet.

Die Betreuung der Künstlerinnen und Künstler und die Vernetzung mit der heimischen Szene erfolgt durch:
Afro-Asiatische Institut
Forum Stadtpark
Schaumbad-Freies Atelierhaus Graz
Kulturvermittlung Steiermark

Die StAiR-Stipendien werden ermöglicht durch das Land Steiermark.

2017 wurde bereits Ansgar Beste (Musik) vom FORUM STADTPARK betreut:

Derzeit zu Gast sind Kinga Toth (Literatur/Musik) und Sonja Hornung (Bildende Kunst).



Foto (c) Dirk Skiba

Kinga Toth ist Sprachwissenschaftlerin und (Klang-)Poet-Illustratorin und Kulturmanagerin. Sie arbeitet als »Kommunikationsspezialistin« (Journalistin) und ist Lektorin für Kunstmagazine. Darüber hinaus ist sie Songwriterin und Frontfrau des Tóth Kína Hegyfalu-Projekts sowie Vorstandsmitglied des József-Attila-Kreises für junge Schriftsteller und aktives Mitglied bei zahlreichen anderen Projekten und Verbänden. Stipendiat von Solitude Akademie; 2014: Havirov Stipendium Cz Visegrad Projekt, Frankfurter und Wiener Buchmesse, Kunstestival, Elias Canetti Gesellschaft, Bul 2017: LCB Stipendium Berlin, Hazai Attila Preis für Literatur, Iinternational Writing Program, U.S.A. 2016: Eduard-Rosenthal Stipendium, Jena; GEDOK Kunstprogram, Lübeck; Literaturhaus Wien, Wechselstorm Galerie Wien (Mondgesichter-X-ray project) 2015: Leipziger Buchmesse, Visegrad Program Bratislava, Literaturwerkstatt Berlin.  Zu ihren Publikationen zählen Gedichtbände mit Illustrationen: ZSÚR (2013), ALL MACHINE/Allmaschine (Akademie Schloss Solitude Verlag DE, Magvet?, HU, 2014) Wir bauen eine Stadt (Parasitenpresse, 2016), Village 0-24 (Melting Books, 2016), Holdvilágkép?ek (Magvet?, 2017) und internationale Publikationen auf Lyrikline, Signaturen, Perspektive, Mosaik, Randnummer, Manuskript, Poetry, Colony Magazine, tapin2, Asymptote, hlo.hu, Columbia Granger's World of Poetry, und Huellkurven. Ihre Texte inszeniert sie auch klanglich und visuell mit Performance und Installationen. Neben dem Tóth Kína Hegyfalu-Projekt nahm Kinga Tóth an weiteren Kunstprojekten wie 33 astral bodies (Lyrics, Gesang), Tuning Ballerina (Lyriks, Gesang), Control mit Silvia Rosani (Kontext, Text, Performance), NEUHAUT (mit Antony Rayzhekov, Kontext, Stimme, Performance), Mädchen und Wasser mit Dorothea Billard (Klang, Performance, Bildende Kunst, Text) teil.
www.tothkinga.blogspot.de
www.lcb.de/gaeste/
tothkinahegyfalu.blogspot.de
www.issuu.com/ktportfolio



Sonja Hornung, Disarmy (sketch), Detail, 2017

Sonja Hornung
ist bildende Künstlerin. In ihrer Arbeit thematisiert sie oft die Beziehung zwischen marktbasierter Realität und dem Ideal einer Welt ohne Grenzen. Gezeigt wurden ihre Arbeiten im Zusammenhang von Kunst und Theater, sowie im öffentlichen Raum. Sie wohnt und arbeitet seit 2012 in Berlin. In Graz wird sie zum Thema selbst-organiserter Uniformen forschen und arbeiten.

Literatur h aus Graz

Writer's Blog



Im Writers’ Blog des Literaturhaus Graz schreiben zeitgenössische Autorinnen und Autoren. Darstellung, Analyse und Interpretation treffen auf einen Diskurs, der von Schreibenden selbst geführt wird. Max Höfler verfasst hierbei die Beiträge des Forum Stadtparks.
Hier der aktuelle Forum Stadtpark Beitrag:
www.youtube.com

Leinwandliteraturmagazin

GLORY HOLE – nachrichten von drüben

jede Nacht, auf der Außenleinwand des FORUM STADTPARK


Das Leinwandliteraturmagazin «GLORY HOLE – nachrichten von drüben» geht in sein drittes Jahr: Bereits 33 Ausgaben wurden seit 2013 jede Nacht auf die Außenleinwand des FORUM STADTPARK projiziert. Auch 2017 werden sich wieder Autor*innen mit gemeinen Kurzformen beschäftigen und neue Ausgaben verfertigen. Vorgestellt werden die neuen Ausgaben jedes Monat ab Februar bei der FORUMküche.

Die aktuelle Ausgabe stammt von Christian Bök!

Zum Nachlesen: www.vimeo.com/channels/gloryhole

Offenes Netzwerk

IG putzen


IG putzen richtet sich gegen die Verbotskultur im öffentlichen Raum und widmet sich der Reflexion und Praxis einer Offenen Stadt.

Offenes Netzwerk von:

Akademie Graz, Elevate - Festival für zeitgenössische Musik, Kunst und politischen Diskurs, ESC medienkunstlabor, ETC Europäisches Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie, Forum Stadtpark, GrazMuseum, Institut für Kulturanthropologie der KFU Graz, InterACT - Werkstatt für Theater und Soziokultur, La Strada - Internationales Festival für Straßen- und Figurentheater, Xenos – Verein zur Förderung der soziokulturellen Vielfalt
Box grau
Veranstaltungsphotos
Box grau

DEMNÄCHST: 18.01.

Zu Gast im FORUM | Konzertperformance | Das Planetenpartyprinzip & Melt Downer
Buy buy baby
hosted by mur.at
navtop

Suche


navtop

Newsletter abonnieren

email:
name:
passwort:
nochmal:
language: