Filmscreening 21.11.19, 20:00 Saloon Eintritt: Kostenlos

Stalker – Andrei Tarkowski

Architektur in Serie

Architecture InSerie

Stalker von Andrei Tarkowski
RUS, 1979/2017, Spielfilm, 163 Min. OmU, FSK 16
Vollständig restaurierte Fassung des Filmes

Der Stalker verdient sich seinen Lebensunterhalt damit, Leute illegal durch eine Zone zu begleiten, einen sich ständig ändernden Ort. Zwei seiner Kunden, ein Schriftsteller und ein Wissenschaftler, wollen aus unterschiedlichen Motiven zum Raum der Wu?nsche gelangen, zu letzten Antworten. Die gefährliche Expedition bleibt auf die Reisenden nicht ohne Wirkung. Unterwegs werden Lebensansichten und Weltbilder hinterfragt, Hoffnungen und Zweifel treten zutage – die Protagonisten haben sich gleichzeitig auch auf eine innere Reise begeben. Am Ziel müssen alle drei schließlich erkennen, dass ihnen dieser Ort nicht helfen kann, ihre Probleme zu lösen, oder – je nach Blickwinkel – sie nicht bereit sind, den Raum der Wünsche zu benutzen, da die Erfüllung unbewusster Wünsche ein großes Risiko birgt.

Stimmen zum Film:
„Jedes Landschaftsbild ist […] Zeugnis eines Prozesses, in dem Natur, Gesellschaft und Geschichte sich durchdringen. […] Alle Geschichte ist für Tarkowskij Naturgeschichte, verstanden als fortschreitende Zerstörung von Natur, die auf den Menschen übergreift. Ihr ‚Schauplatz‘ ist die Landschaft, die zur Ruine wurde. […] Geschichte ist gerade in und an der Landschaft als Albtraum zu entziffern.“ (Bernd Kiefer)

„Tarkowskij zählte mit seinen metaphorisch dichten Werken, die sich einer schlüssigen Deutung entziehen, zu den bedeutendsten Regisseuren des Kinos der ausgehenden Sowjetunion. Fazit: Düstere Darstellung menschlicher Grenzen“ (cinema magazin)

„Unübersehbar sind die dem Film eingeschriebenen Vor-Zeichen einer möglichen Versöhnung zwischen Mensch und Natur“ (Klaus Kreimeier)


2019 widmet sich Architektur in Serie unter dem Titel Claustrophobia ausgewählten Filmen, die Enge und Weite thematisieren. Architektur ist Auslöser dieser kaum kontrollierbaren, oft subjektiven Empfindungen. Was läge näher bei einer Filmreihe über die Angst vor Enge mit einer grundlegenden Beobachtung und Definition von räumlicher Weite zu beginnen?! So heißt der erste Film 2019 Architektur der Unendlichkeit. Und der letzte Film wird unausweichlich Das Boot – mit seiner Beschreibung klaustrophobischer Dauerzustände – sein.

Architektur in Serie